Maschinenringe Ost

… zu viel gedüngt? – Erfolgsparameter Herbst-Nmin (Teil 2)

Datum: Dienstag, 27. Dezember 2011

Düngesplitting zu Silomais (Foto: Buchholtz)Nmin-Probenahme (Foto: GWS-Nord)

 

Der Herbst-Nmin-Gehalt wird nicht nur von der N-Düngung zur Hauptkultur beeinflusst. Lesen Sie im Folgenden, wie Nmin-Gehalte richtig bewertet werden und wie hohe Werte gesenkt werden können.

 

Der Herbst-Nmin-Gehalt im Wurzelraum ist eine etablierte Größe zur Bewertung von Bewirtschaftungsverfahren in der Landwirtschaft im Hinblick auf den Grundwasserschutz. Düngungsstrategien können im Jahresrhythmus beurteilt und weiter optimiert werden. Die Interpretation der Werte sollte immer in Verbindung mit den Witterungsdaten (Niederschlag, Temperatur) bis zur Probenahme erfolgen. Jahreseffekte können durch eine Korrektur mit dem mittleren Herbst-Nmin-Wert einer Boden- und Klimaregion geglättet werden.
 
Herbst-Nmin-Gehalte richtig bewerten!
Die Nmin-Probenahme erfolgt in der Regel in Tiefenschritten von 30 cm bis zu einer Endtiefe von 90 (150) cm. Durch den N-Entzug der Hauptkultur ist der Wurzelraum oftmals tiefgründig von Nmin entleert. Durch N-Mineralisation z.B. von Ernterückständen steigen die Nmin-Werte in den oberen Bodenschichten bis zur Probenahme wieder an. Typisch sind deshalb mit der Tiefe abnehmende Nmin-Gehalte. Höhere Gehalte in tieferen Schichten deuten auf bereits abgelaufene Verlagerungsprozesse und Nitrat-Verluste aus dem Wurzelraum hin.
 
Was tun, wenn der Herbst-Nmin zu hoch ist?
Liegt der Herbst-Nmin-Wert über 40 (50) kg N/ha sollten die Ursachen gemeinsam mit einem Gewässerschutzberater ermittelt werden. Folgende Maßnahmen können den Nmin-Gehalt senken:
1.       Fruchtwechsel: Winterraps und Mais hinterlassen die höchsten Nmin-Gehalte. Besser sind Winterroggen und Ackergras.
2.       N-Düngung reduzieren: N-Sollwert nach realistischer Ertragserwartung bemessen.
3.       N-Nachlieferung berücksichtigen (Spät-Frünjahrs-Nmin-Methode in Mais): vorrangig auf Flächen mit regelmäßiger Wirtschaftsdünger-Anwendung, nach blattreicher Vorfrucht, nach Grünlandumbruch, nach Zwischenfruchtanbau, mit hohen natürlichen Humusgehalten.
4.       Auf N-Düngung im Spätsommer/Herbst verzichten: Wintergetreide hat von der Saat bis zum Frühjahr einen N-Bedarf von 5 bis 40 kg/ha, der bereits durch die Bodengehalte gedenkt ist. Auf Gülle/Gärrest-Ausbringung sollte ab September zugunsten einer Frühjahrsgabe auf Winterung oder Grünland verzichtet werden.
5.       Bodenruhe im Herbst: Bodenbearbeitung aktiviert das Bodenleben und führt zu einem zusätzlichen N-Mineralisationsschub. Deshalb sollte besonders Pflügen und tiefes Grubbern auf das Frühjahr verschoben werden. Für die Maisstoppel-Bearbeitung sind Mulcher oder flach arbeitende Walzen zu bevorzugen.
6.       Untersaat und Zwischenfrüchte: Untersaaten von Weidelgräsern in Mais und Zwischenfrüchte z.B. nach Wintergetreide binden bis zu 60 kg N/ha in der Pflanzenmasse. Der Stickstoff wird im Frühjahr zur Folgekultur wieder freigesetzt.
 
Nmin-Proben richtig nehmen
Die Herbst-Nmin-Probenahme sollte mit Beginn der winterlichen Sickerwasserbildung erfolgen (Mitte Oktober bis Mitte November). Folgende Grundsätze sollten dabei eingehalten werden:
1.       Festlegung einer repräsentativen Parzelle (ca. 100 x 60 m) für den Schlag (Bodenkarte!).
2.       Mischproben aus mind. 15 Einstichen für jede Tiefenzone (0 – 30 cm, 30 – 60 cm, 60 – 90 cm).
3.       Probenahme-Gerät: Pürckhauer-Bohrstock in 30 cm-Schritten einschlagen und tiefengerecht entleeren (oberen 5 cm jeweils verwerfen).
alternativ: Göttinger Bohrstock für jede Tiefenzone, keine Verschleppung von Bodenmaterial über die Tiefe
4.       Proben sorgfältig mischen und in beschriftete Plastikbeutel abfüllen
5.       Transport und Lagerung in geschlossener Kühlkette bei 4 °C, Tiefgefrieren bei Lagerung länger als 2 Tage
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